ist ein gemeinsames Projekt des Bundes und der Länder der Bundesrepublik Deutschland zur Erfassung von Kulturgütern, die infolge der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft und der Ereignisse des Zweiten Weltkriegs verbracht, verlagert oder – insbesondere jüdischen Eigentümern – verfolgungsbedingt entzogen wurden.
Auf der Grundlage der „Washingtoner Prinzipien“ ist 1999 eine „Erklärung der Bundesregierung, der Länder und der kommunalen Spitzenverbände zur Auffindung und zur Rückgabe NS-verfolgungsbedingt entzogenen Kulturgutes, insbesondere aus jüdischem Besitz“ verabschiedet worden. Neben den Museen fühlen sich auch die Bibliotheken verpflichtet, in diesem Sinne zu Unrecht erworbenes Bibliotheksgut ausfindig zu machen und zurückzugeben.
Bereits 2002 fand in der Niedersächsischen Landesbibliothek das Erste Hannoversche Symposium zum geraubten jüdischen Buchbesitz statt. Im Mai 2005 fand, am selben Ort und wiederum unterstützt auch von BID, das Zweite Hannoversche Symposium unter dem Titel „Jüdischer Buchbesitz als Raubgut“ statt. Der umfangreiche Tagungsband dokumentiert diese Veranstaltung:
Jüdischer Buchbesitz als Raubgut. Zweites Hannoversches Symposium. Im Auftrag der Gottfried Wilhelm Leibnit Bibliothek / Niedersächsische Landesbibliothek und der Stiftung Preußischer Kulturbesitz herausgegeben von Regine Dehmel. – Frankfurt a.M.: Klostermann, 2006. (ZfBB; Sonderheft 88). – 435 S. ISBN 3-465-03448-1.
Das 3. Hannoversche Symposium unter dem Titel „NS-Raubgut in Bibliotheken. Suche, Ergebnisse, Perspektiven“ wurde am 8.un d9. November 2007 veranstaltet. Es wurde wie seine Vorgänger vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien gefördert. BID war an den Vorbereitung ebenfalls beteiligt. Der Tagungsband ist in Vorbereitung.