Die BID-Präsidenten Barbara Lison moderierte das hochkarätig besetzte Podium, dem die amtierende IFLA-Präsidentin Prof. Dr. Claudia Lux und der Präsident von EBLIDA, Gerald Leitner, sowie fünf weitere Vertreter von Bibliotheksorganisationen aus dem In- und Ausland angehörten.
Der Gründungsvater der BDB, Prof. Dr. Elmar Mittler, ging in seinem Statement auf die Anfänge des Dachverbandes zu Beginn der 90er Jahre ein. Gründungszweck war die interne Koordination der Personalverbände und des Deutschen Bibliotheksverbandes, die mit einer abgestimmten Position an die Öffentlichkeit treten sollten. Ein wichtiger Schritt in Richtung einer europäischen Zusammenarbeit und Bündelung der Lobbyarbeit war die Gründung von EBLIDA 1993.
Zur Rolle der Verbände und Dachverbände in den Nachbarländern äußerten sich Vertreter aus Frankreich, Polen und Dänemark. Dominique Lahary, Sprecher des französischen Bibliotheksverbandes, erklärte, dass die Vereinigung der französischen Verbände unter einem Dach erst 2004 vor dem Hintergrund des Streits um das Urheberrecht gelang. Dr. Henryk Hollender, Bibliotheksdirektor aus Warschau, betonte, dass es nicht so sehr staatliche Initiativen oder Initiativen der Verbände seien, die dem polnischen Bibliothekssystem neue Impulse geben, sondern spontane, nicht organisierte Aktivitäten "von unten". Der Direktor der Stadtbibliothek in Kopenhagen, Jens Ingemann, hob hervor, dass die BID aus der deutschen Bibliothekslandschaft mittlerweile nicht mehr wegzudenken sei. In Dänemark hingegen gebe es nur einen "symbolischen" Dachverband, der über keine finanziellen Mittel verfüge. Für strategische Planungen sei allein die staatliche Bibliotheksbehörde zuständig.
Die Vernetzung der BID auf internationaler Ebene thematisierten der EBLIDA-Präsident Gerald Leitner sowie die IFLA-Präsidentin Prof. Dr. Claudia Lux in ihren Statements. Leitner würdigte die Rolle der BID als Gründungsmitglied von EBLIDA. Er lobte ausdrücklich die einheitliche deutsche Stimme in EBLIDA, die Deutschland auf vielen Feldern zu einem Meinungsführer gemacht habe. Für die Zukunft sei noch mehr praktisches Handeln mit Bezug auf die europäische Kommission nötig. Lux hob die Bedeutung der BID für die IFLA hervor. Deutschland sei dadurch in vielen Sektionen heute stärker repräsentiert und auch innerhalb Deutschlands habe sich die internationale Bibliotheksarbeit verbessert. Viele andere Länder jedoch haben den internationalen Weg noch nicht beschritten. IFLA wolle die nationalen Verbände in Zukunft besser befähigen, Lobby-Arbeit in ihren Ländern zu betreiben.
Für die Mitgliedsverbände von BID sprach Dr. Marianne Dörr, Vorstandsmitglied von DBV und VDB. Sie betonte, dass die Verbände durch die BID immer wieder zu einem Perspektivenwechsel gezwungen worden seien, um divergierende Interessen auszugleichen. Dadurch habe sich die Kommunikation zwischen den Verbänden verbessert. Die Broschüre "21 gute Gründe" sei vor allem deshalb so erfolgreich, weil sie aus den verschiedenen Verbänden heraus gestaltet worden sei. Die verbandsübergreifende Diskussion müsse in Zukunft verstärkt in BID geführt werden. Dörr plädierte dafür, die nicht-bibliothekarischen Einrichtungen noch besser einzubinden und die Lobby-Arbeit nach innen zu intensivieren.
BID-Präsidentin Barbara Lison, betonte abschließend, dass die BID nur so stark sei wie ihre Mitglieder und die Stärkung der Mitglieder durch die BID eine wichtige Aufgabe für die Zukunft sein werde. Arbeit der BID sei immer zuerst Arbeit für ihre Mitgliedsorganisationen.